Diversityfaktor Sprache
Diversität ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen. Unterschiedliche Perspektiven, kulturelle Hintergründe und Erfahrungen bereichern Teams und fördern Innovation.
Doch während viele Unternehmen gezielt auf Diversity setzen, wird ein entscheidender Faktor oft vernachlässigt: die Sprache.
Gerade in international aufgestellten Unternehmen wird häufig eine gemeinsame Unternehmenssprache – meist Englisch – eingeführt. Doch was bedeutet das für nicht-muttersprachliche Mitarbeiter:innen? Wie beeinflusst Sprache ihre Integration, Produktivität und den Unternehmenserfolg?
Vielfalt bedeutet nicht nur verschiedene Nationalitäten (und natürlich viele weitere Dimensionen, um die es in diesem Artikel aber nicht geht), sondern auch verschiedene Muttersprachen. Wer nicht in seiner Erstsprache kommuniziert, hat oft einen Nachteil, selbst dann, wenn er oder sie die Unternehmenssprache gut beherrscht. In Meetings, bei Präsentationen oder informellen Gesprächen fällt es oft schwerer, sich präzise auszudrücken, humorvolle oder kulturelle Anspielungen zu verstehen oder in komplexen Diskussionen mitzuhalten.
Das kann dazu führen, dass internationale Fachkräfte weniger aktiv an Meetings teilnehmen, ihre Ideen nicht einbringen oder sogar falsch verstanden werden. Wenn Kommunikation nur oberflächlich bleibt, leidet die Qualität der Zusammenarbeit und damit auch die Innovationskraft des Unternehmens.
Warum sprachliche Inklusion nicht zu vernachlässigen ist
- Gleichberechtigung in der Kommunikation
Wenn alle Mitarbeiter:innen auf Augenhöhe kommunizieren können, entstehen bessere Ideen und Diskussionen. Es braucht Strategien, um sicherzustellen, dass nicht-muttersprachliche Kolleg:innen sich genauso einbringen können wie alle anderen. - Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung
Wer sich sprachlich ausgeschlossen fühlt, wird sich auch sozial weniger integriert fühlen. Eine inklusive Sprachpolitik stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und sorgt dafür, dass internationale Talente langfristig im Unternehmen bleiben. - Effizientere Prozesse und bessere Ergebnisse
Sprachliche Missverständnisse kosten Zeit und führen zu Fehlern. Durch eine bewusste sprachliche Einbindung aller Mitarbeiter:innen werden Entscheidungen schneller getroffen und Missverständnisse vermieden.
Maßnahmen für eine bessere sprachliche Integration
- Mehrsprachige Kommunikation ermöglichen: Wichtige Informationen sollten in mehreren Sprachen bereitgestellt werden. Nach Möglichkeit in den Muttersprachen der Mitarbeiter:innen, mindestens aber auf Deutsch und Englisch. Hier muss man im Einzelfall entscheiden.
- Dolmetscher und Übersetzungen anbieten: In Meetings mit internationalen Teams können professionelle Dolmetscher:innen helfen, alle auf demselben Wissensstand zu halten und eine Kommunikation auf Augenhöhe zu ermöglichen.
- Bewusstsein für sprachliche Vielfalt schaffen: Führungskräfte sollten sich bewusst sein, wie Sprache Machtstrukturen beeinflusst und gezielt darauf achten, alle Stimmen in Meetings einzubeziehen.
Fazit: Sprache als Schlüssel zur echten Diversity
Unternehmen, die Fachkräfte mit Migrationsgeschichte anstellen, müssen sicherstellen, dass sie diese auch halten können. Wie bei allen Diversity-Dimensionen geht es nicht nur darum, bewusst Menschen anzuwerben, die in diese Strategie passen, sondern auch darum, diese Strategie langfristig zu pflegen und in den Unternehmensalltag zu integrieren. In diesem Fall bedeutet dass, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter:innen gleichberechtigt kommunizieren können. Sprache darf dabei nicht zur unsichtbaren Barriere werden. Unternehmen, die sprachliche Inklusion ernst nehmen, profitieren von zufriedeneren Mitarbeitenden, besseren Entscheidungen und mehr Innovation.
Denn wahre Vielfalt bedeutet nicht nur, unterschiedliche Menschen einzustellen – sondern auch, ihnen eine Stimme zu geben.